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Die Vergangenheit ist nicht zu Ende -
Künstlerbiographien

Julius Heinrich Bissier


*1893 in Freiburg im Breisgau, †1965 in Ascona/Spanien

1913 Kurzes Studium am Kunsthistorischen Institut der Universität Freiburg sowie an der Kunstakademie Karlsruhe bis zum Einzug in den Kriegsdienst
1934 vernichtet ein Brand in der Freiburger Universität fast das gesamte Frühwerk Bissiers. Auf Druck der Nationalsozialisten Aufgabe der 1929 dort begonnene Lehrtätigkeit.
1939 Beginn einer langen Phase umfangreicher Experimente mit verschiedenen Materialien und Stilen (Keramik, Monotypien, Holzschnitte, Eiöltempera, Aquarelle)
1959 und 1964 Teilnahme an der „documenta 2“ und „documenta 3“ in Kassel, neben 1958 auch Teilnahme an der Biennale Venedig 1960

Rolf Cavael

*1898 Königsberg, †1979 in München

1924-1926 Studium Typographie und angewandte Graphik an der Städelschule
Frankfurt, er übernimmt dort nach Ende des Studiums eine Stelle als Lehrer
1930 freundet er sich in Dessau mit Wassily Kandinsky an
1936 wird er denunziert und neun Monate im KZ Dachau gefangen gehalten, da er trotz des verhängten Arbeitsverbots weiter abstrakt malt
1949 ist er Mitbegründer der „ZEN 49“
1956-1973 ist er Volkshochschullehrer in München

 

Werner Gilles

*1894 in Rheydt, †1961 in Essen

1913 Studienreise durch die Niederlande mit Otto Pankok
1919-1923 Studium am Bauhaus Weimar
1924/1925 längere Capriaufenthalte als Gast Otto Pankoks
1932 erster Besuch auf Ischia, wo er seine zentralen künstlerischen Themen entwickelt und ab 1951 die Winter verbringt 1959 und 1964 (posthum) Teilnahme an der „documenta 2“ und „documenta 3“ in Kassel

 

 

Karl Otto Götz

*1914 Aachen, lebt in Wolfenacker/Westerwald

1936 veröffentlicht er erste abstrakte Arbeiten und experimentiert mit Film und Fotografie
1945 Beitritt zum „Rosenkreuz-Orden“ in Berlin
1952 Gründung der Künstergruppe Quadriga, die als Keimzelle des „Informel“ gilt
1959 Teilnahme an der „documenta 2“ in Kassel
1959-1979 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf

 


Otto Herbert Hajek

*1927 in Kaltenbach/Böhmen, † 2005 in Stuttgart

1947-1954 Studium der Bildhauerei in Stuttgart
1951 Erste Einzelausstellung von überwiegend Holzarbeiten in Stuttgart
1955 „durchbrochene Flächen“ und „räumliche Konstruktionen“ werden zum Schwerpunkt seiner Arbeit
1959 Auseinandersetzung mit der Integration von Kunst und öffentlichem Raum
1959 und 1964 Teilnahme an der „documenta 2“ und „documenta 3“ in Kassel
1978 Verleihung des Professorentitels durch das Land Baden-Württemberg


Wassily Kandinsky

*1866 in Moskau, †1944 in Neuilly-sur-Seine

1896 Umzug nach München, studierte an der dortigen Kunstschule und der Kunstakademie
1909 Gründung Neue Künstlervereinigung München
1912 Erscheint der Almanach Blauer Reiter zur Ende 1911 eröffneten ersten Ausstellung der Gruppe, außerdem veröffentlicht er Über das Geistige in der Kunst, seine grundlegende Schrift zur abstrakten Kunst
bis 1933 unterrichtete er einige Jahre am Bauhaus Weimar, Dessau und Berlin. Nach der Schließung zog er nach Paris
1937 wurden 57 seiner Werke beschlagnahmt, einige waren in der Ausstellung „Entartete Kunst“ zu sehen
1955, 1959, 1987 posthum vertreten an „documenta 1“, „documenta 2“ und „documenta 8“ in Kassel

Heinrich Kirchner

*1902 in Erlangen, †1984 in Pavolding

studierte Bildhauerei u.a. an der Akademie der Bildenden Künste München und École des Beaux-Arts Paris
Autodidaktischer Erwerb des Bronzegussverfahrens in Wachsschmelztechnik
1932 wird er Leiter der Werkstätte für Bronzeguss an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo er ab 1952 eine Professur für Bildhauerei bekommt
1959 Teilnahme an der „documenta 2“ in Kassel
1970 Emeritierung, Umzug nach Pavolding

 

Fritz Koenig

*1924 in Würzburg, lebt und arbeitet bei Landshut

vor allem bekannt durch Wettbewerbsentwürfe und Umsetzungen von Mahnmalen die goldene Kugel „The Sphere” einer Kugelkaryatide überstand schwer beschädigt den Einsturz der Türme des World Trade Centers am 11. September 2001
1946-1952 Studium an der Kunstakademie München
1959 und 1964 Teilnahme an der „documenta 2“ und „documenta 3“ in Kassel
1964 Berufung an die Technische Hochschule München
1993 übergab Koenig seinen künstlerischen Besitz der Stadt Landshut

 

Hans Mettel

*1903 in Salzwedel, †1966 in Falkenstein

1921 Beginn der Steinbildhauerausbildung in Dresden
1925-1928 Meisterschüler an der Preußischen Akademie der Bildenden Künste
1936 zu den Vertretern der „Entarteten Kunst“ gerechnet und mit Ausstellungsverbot belegt
1947 Berufung zum Professor und Leiter der Städelschule Frankfurt am Main
1950-1956 Direktor der Städelschule
1955, 1959 und 1964 Teilnahme an „documenta 1“ bis „documenta 3“ in Kassel

Hans Platschek

*1923 in Berlin, †2000 in Hamburg


1939 nahm er nach Emigration der Familie Platschek nach Südamerika in Montevideo sein Kunststudium auf
1949-1952 war er Mitherausgeber der Kulturzeitschrift Clima und gehörte zu den Gründern eines Instituts für moderne Kunst Montevideo
1953 Rückkehr nach Europa
1959 Teilnahme an der „documenta 1“ in Kassel
1963 Beginn einer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Gestaltung in Ulm

 

Johanna Schütz-Wolff

*1896 in Halle, †1965 bei Starnberg

1915-1918 Ausbildung in Wandmalerei und Holzschnitt an der Halleschen Kunstgewerbeschule
1920 Berufung an die Kunstgewerbeschule zur Leitung der Weberei-Klasse
1938 zerschneidet sie aus Angst vor einer Verfolgung als „entartete Künstlerin“ viele ihrer großflächigen Teppiche, es folgt ein längerer Rückzug ins Privatleben
erst in den 1950er Jahren kommt ihrem künstlerischen Schaffen wieder Anerkennung zu

 

 

Karl Schmidt-Rottluff

*1884 in Rottluff bei Chemnitz, †1976 in Berlin

1921 Beginn der Steinbildhauerausbildung in Dresden
1925-1928 Meisterschüler an der Preußischen Akademie der Bildenden Künste
1936 zu den Vertretern der „Entarteten Kunst“ gerechnet und mit Ausstellungsverbot belegt
1947 Berufung zum Professor und Leiter der Städelschule Frankfurt am Main
1950-1956 Direktor der Städelschule
1955, 1959 und 1964 Teilnahme an „documenta 1“ bis „documenta 3“ in Kassel

 

Emil Schumacher

*1912 in Hagen, †1999 in San José

gilt als wichtiger Vertreter des „Informel“
1932 Beginn seines dreijährigen Studiums an der Kunstgewerbeschule Dortmund
1947 Gründung der Künstlervereinigung „junger westen“
1950 Bruch mit der Gegenständlichkeit in der Motivwahl, in den 60ern und 70ern Experimente mit Aktionismus wie der Beschädigung von Bildträgern
1964 Teilnahme an der „documenta 3“ in Kassel
1998 ehrt ihn der Bundestag mit dem Auftrag für ein Wandgemälde im Berliner Reichstagsgebäude

 

K.R.H. Sonderborg

*1923 in Sonderborg/Dänemark, †2008 in Hamburg

zählt zu den Vertretern des „Informel“, stellte seine Zugehörigkeit jedoch in Frage
1942 nach 11/2 Jahren aus Gestapo-Haft wegen seiner Mitgliedschaft bei den „Swing-Kids“ entlassen
1947-1949 Studium der Malerei und Graphik bei Willem Grimm und Textilentwurf bei Maria May an der Landeskunstschule in Hamburg
1953 Anschluss an die Künstlergruppe ZEN49
1959 und 1964 Teilnahme an der „documenta 2“ und „documenta 3“ in Kassel
1965 Berufung zum Professor für Malerei an der Stuttgarter Kunsthochschule

 

Fred Thieler

*1916 in Königsberg, †1999 in Berlin

1936 Beginn eines Medizinstudiums; 1941 Abbruch wegen Berufsverbots
1945 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München; Anschluss an die Gruppe ZEN 49
1959 Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin
1959 und 1964 Teilnahme an der „documenta 2“ und „documenta 3“ in Kassel
1979 Beitritt zur Internationalen Gesellschaft für Bildende Künste in Paris, deren Vizepräsident er bis 1984 ist

 

Heinz Trökes

*1913 in Hamborn, †1979 in Berlin

1936-39 arbeitet er als Maler in Augsburg
1937 Begegnung mit Wassily Kandinsky in Paris
1941-1942 Wehrmachtsoldat bei der Flugabwehr in Berlin, nebenbei Möglichkeit zum Besuch einer Kunstschule
1952 Auswanderung nach Ibiza
1956-1958 Leitung der Abteilung für Freie Graphik der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg
1965 Ruf an die Berliner Hochschule für Bildende Künste

 


Wilhelm Wessel

*1904 in Iserlohn, †1971 in Iserlohn

1924 Beginn der Arbeit bei Kandinsky im Weimarer Bauhaus
1928-1931 Studium Vorderasiatische Archäologie und Malerei
1931-1939 Arbeit als künstlerischer Lehrer in Berlin und Westfalen
1951-1958 Vorsitzender des Westdeutschen Künstlerbundes
1954 initiiert er die ersten großen Ausstellungen deutscher Nachkriegskunst im europäischen Ausland

 

 


Hans Wimmer

*1907 in Pfarrkirchen/Niederbayern, †1992 in München

1928-1935 Studium Bildhauerei an der Akademie der freien Künste in München
1949-1972 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Nürnberg
1955 Teilnahme an der „documenta 1“ in Kassel
1987 vermachte er dem Oberhausmuseum Passau einen Großteil seiner Werke

 

 


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