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Auf Spuren jüdischen Lebens in der Grafschaft Bentheim - Künstler im Exil

Vom November 2003 bis zum März 2004 zeigte das Otto-Pankok-Museum in Gildehaus die Ausstellung „Auf Spuren jüdischen Lebens in der Grafschaft Bentheim“.

Jüdischer Friedhof
Der Besucher traf hier auf jüdische Motive des Malers Otto Pankok, von denen einige während seines Gildehauser Aufenthaltes im Jahr 1936 (z. B. „Jüdischer Friedhof“) entstanden sind. Die hochkarätigen Radierungen, Lithographien und Plastiken zeigten Betroffenheit und Schmerz um die nationalsozialistische Verfolgung der Juden im Deutschland und Europa jener Jahre.

Erweiternd korrespondierte eine Auswahl der Werke Pankoks mit Arbeiten der jüdischen Künstler Fritzi und Ludwig Rosenwald (Holzschnitte einer Orientreise des Jahres 1926 sowie biblischer Motive, Portraits und provencalische Zeichnungen).

Die Rosenwalds - Künstler im Exil

Fritzi Rosenwald (geb. am 21.01.1901 in Böhmen als Bedriška Pezellen, gest. 1975) und Ludwig Rosenwald (geb. am 28.12.1902 in Edesheim in der Pfalz, gest.1942) verließen beide - Ludwig als Linker und Jude doppelt gefährdet - nach der Regierungsübernahme durch die Nazis und den ersten bedrohlichen Pogromen Deutschland. Sie gingen nach Fontvieille (Provence), wo Fritzi nach ihrer Heirat im August 1933 bis zu dem Tod ihres Mannes im Juli 1942 an seiner Seite blieb. Ihre Verbundenheit lag in der gemeinsamen Liebe zur Malerei, zur Provence und zu van Gogh. Otto Pankok, den sie in der Provence kennengelernt hatten, hatte die gleichen Passionen, und diesem Umstand ist es zu verdanken, dass wir heute überhaupt noch etwas von den Rosenwalds wissen.

Die Rosenwalds stehen für eine Generation von Künstlern, denen das aufgezwungene Exil die Mög-lichkeit einer freien Entwicklung ihrer künstlerischen Potenzen geraubt hat. Sie wurden vergessen, bevor man sie überhaupt kennenlernen konnte. Die erhaltenen Bilder können nur ein Verweis sein auf die, die verlorengegangen sind, und nicht zuletzt auf die, die nie gemalt werden konnten.

Viele Informationstafeln sowie kulturelle Exponate zeichneten die jüdischen Spuren, das Leben der jüdi-schen Familien in der Grafschaft Bentheim vom 17. Jahrhundert über den Holocaust bis in die Gegen-wart durch Bild, Grafik und Text.

Das Buch zur Ausstellung

Buchcover

Zur Ausstellung ist ein aufwändig gestaltetes Buch erschienen, herausgegeben vom Landkreis Grafschaft Bentheim. Zu dem Titel „Auf Spuren jüdischen Lebens in der Grafschaft Bentheim“ hat der Museumskoordinator Hubert Titz zusammen mit Pastor em. Diddo Wiarda und Gerhard Naber (vom „Forum Juden/Christen“ der Stiftung Kloster Frenswegen) und vielen weiteren Autoren auf über 400 Seiten (DIN-A-4-Format) in Bildern und Texten Informationen über bisher noch nicht bearbeitete Bereiche jüdischen Lebens in der Region zusammen getragen.

Die Dokumentation ist im Buchhandel für 25,00 € erhältlich.


Öffnungszeiten:
samstags 14 - 17 Uhr
sonntags 14 - 17 Uhr
mittwochs 15 - 17 Uhr

Sponsoren:
Grafschafter Sparkassenstiftung
Heimatverein Grafschaft Bentheim e. V.
Verein Otto Pankok Gildehaus
Versicherungsgruppe VGH Hannover
Logo Stiftung

Ein Produkt der Museumskoordination des Landkreises Grafschaft Bentheim.