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Kritische Grafik in der Weimarer Zeit
Die neue Ausstellung im Gildehauser Otto Pankok-Museum führt uns zurück in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in eine Epoche deutscher Geschichte, die „die Weimarer Republik“ genannt wird. Die Instabilität der Parteienlandschaft mit politischen Flügelkämpfen, die oftmals blutig ausgetragen wurden, die Inflationszeit, soziale Spannungen, die Weltwirtschaftskrise und schließlich der aufkommende Nationalsozialismus prägen die Jahre der ersten deutschen Demokratie. Hinzu kam eine Lockerung der Sitten und der Moral, die nach der eher prüden Kaiserzeit auf die konservative Bevölkerung schockierend wirkte. So ist „Weimar“ bis heute zu einem Synonym für einen überwiegend negativ besetzten Abschnitt deutscher Geschichte geworden. Werke von 25 verschiedenen Künstlern zu sehen
Viele Künstler haben die Missstände der Weimarer
Zeit in ihren Bildern festgehalten und Gemälde, Zeichnungen und Grafiken
geschaffen, die oftmals schonungslos und provozierend die soziale und
politische Situation offen legen. Eine große Auswahl der „kritischen
Grafik in der Weimarer Zeit“ wird vom September 2004 bis zum Januar
2005 im Otto Pankok Museum zu sehen sein. Es sind Werke von 25 verschiedenen
Künstlern, darunter Max Beckmann, dessen
Gemälde heute internationale Spitzenpreise erzielen, Otto
Dix und George Grosz mit ihrer beißenden
Sozialkritik, Käthe Kollwitz mit ihren Antikriegsbildern,
Karl Arnold, der für seine treffenden Karikaturen
vornehmlich im „Simplizissimus“ bekannt geworden ist und Christian
Schad, der Hauptvertreter der „neuen Sachlichkeit“. Und natürlich Otto Pankok.
Von Pankok sind es Blätter aus seiner Düsseldorfer Zeit (1919-1922),
in denen er kritisch das Leben in der Großstadt sieht und sich mit
der Lage Deutschlands befasst. Diese Arbeiten haben das Archiv im „Haus
Esselt“ bislang noch nie verlassen und werden daher jetzt erstmals
öffentlich präsentiert. Sie zeigen einen ganz „neuen“
Pankok, der in wahrhaft expressionistischer Manier seine Umwelt betrachtet
und seine Nähe zu Otto Dix erkennen lässt, mit dem er in jenen
Jahren befreundet war. Die Weimarer Zeit in der Grafschaft
Umrahmt werden die Bilder von einer Dokumentation über die „Weimarer Zeit“ unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in unserer Grafschaft. Hubert Titz, der Museumskoordinator des Kreises, hat in einer großen Fleißarbeit Fakten, Fotografien und Zeitungsberichte zusammengetragen, die einen Einblick in das ländliche, politische und wirtschaftliche Leben in Deutschland und in unserem Raum geben. Er berichtet über die hiesige Textilindustrie, die in jener Zeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war, über die Parteienlandschaft und den aufkommenden Nationalsozialismus in der Grafschaft und über die allgemeinen Lebensbedingungen in jenen Jahren bei uns. Dies alles hätte ohne fremde finanzielle Unterstützung nicht gezeigt werden können. Daher dankt das Museum herzlich dem Institut für Auslandsbeziehungen (IFA) Stuttgart, von dem der größte Teil der Kollektion zur Verfügung gestellt wurde. Weiter geht unser Dank an den Landkreis Grafschaft Bentheim für dessen persönliches und finanzielles Engagement, der niedersächsischen Stiftung Lotto Toto für eine größere Zuwendung und der Stadt Bad Bentheim für ihre finanzielle Unterstützung. Die Eröffnung der Ausstellung fand am Freitag, dem 03.09.2004, statt. Zur Einführung in die Ausstellung sprach Frau Viola Burghardt vom Käthe Kollwitz Museum in Köln. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. Januar 2005. Öffnungszeiten der Ausstellung:
Sonnabend und Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr, Mittwoch von 15:00 bis
17:00 Uhr. Informationen und Anmeldungen über 05924/1685 oder 990495.
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