In den 1950er Jahren war die jungen Ingrid Moll-Horstmann die letzte Studentin von Otto Pankok an der Düsseldorfer Kunstakademie. In den darauf folgenden Jahrzehnten entwickelte sie sich nicht nur zu einer versierten Könnerin im Holzschnitt sondern auch als eine der damals bis heute wenigen Frauen in diesem Vollberuf hin zu einer Vielseitigkeit, die wach auf den Zeitgeist reagierte. Die Ausstellung im Museum ehrt diese Künstlerin zu ihrem 90. Geburtstag.
Was an ihrem Werk besonders beeindruckt, ist die große Freiheit, mit der Ingrid Moll-Horstmann sich immer wieder neuen Themen, Materialien und Ausdrucksformen zugewandt hat. Der Holzschnitt wurde zu ihrer großen künstlerischen Leidenschaft. Mit sicherem Gespür für Form und Ausdruck entstanden Arbeiten, die unmittelbar ansprechen und dennoch viel Raum für eigene Entdeckungen lassen.
Ihre Aufmerksamkeit galt dabei immer dem Leben selbst: den Menschen, der Landschaft und den Veränderungen ihrer Zeit. Gerade in ihren Landschaftsbildern wird spürbar, dass es ihr nicht um eine möglichst genaue Abbildung des Gesehenen geht. Aus Erlebtem und Beobachtetem entstehen eigene, verdichtete Bildwelten.
Die Ausstellung zeigt die beeindruckende Bandbreite ihres Schaffens: Holzschnitte, Glasarbeiten, Acrylmalerei und Assemblagen. So begegnen sich ganz unterschiedliche Materialien und Techniken – und doch bleibt die unverwechselbare Handschrift der Künstlerin erkennbar.
Dem Otto Pankok Museum ist Ingrid Moll-Horstmann seit vielen Jahren eng verbunden. Schon früher waren ihre Arbeiten hier zu sehen. Umso schöner ist es, ihren 90. Geburtstag nun mit einer Ausstellung zu feiern und einen Einblick in ein über Jahrzehnte gewachsenes künstlerisches Lebenswerk zu geben.
Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober 2026 zu sehen.